Familienunternehmer bzw. Familienunternehmerin zieht sich aus dem Management zurück und stellt ein professionelles (berufsmässiges) Management ein
Vorteile
Erhalt des Familienbesitzes & langfristige Kontrolle
- Die Familie bleibt Eigentümer, kann strategische Entscheidungen mitgestalten und vom Unternehmenserfolg profitieren
- Werte und Traditionen können bewahrt werden
Potenzielle Wertsteigerung vor einem späteren Verkauf
- Ein starkes professionelles Management kann das Unternehmen weiterentwickeln und attraktiver für Investoren machen.
- Falls später ein Verkauf in Betracht kommt, kann ein höherer Kaufpreis erzielt werden.
Entlastung von operativer Verantwortung
- Sie müssen sich nicht mehr um das Tagesgeschäft kümmern und können sich auf strategische oder persönliche Interessen konzentrieren
- Geringere Belastung durch tägliche operative Herausforderungen
Wachstum & Professionalisierung durch externes Know-how
- Ein erfahrenes Management bringt oft neue Perspektiven, Strukturen und Effizienzsteigerungen
- Mögliche Optimierung der Unternehmensorganisation und -prozesse
Flexibilität für die nächste Generation
- Falls Familienmitglieder später Interesse haben, können sie schrittweise in Führungsrollen hineinwachsen
- Alternativ kann langfristig eine Übergabe an eine Stiftung oder ein Management-Buy-out (MBO) erfolgen
Nachteile
Kontrollverlust im operativen Geschäft
- Ein externes Management hat (und braucht) weitreichende Entscheidungsbefugnisse, und die Unternehmenskultur kann sich verändern
- Schwierigkeit, ein wirklich passendes Führungsteam zu finden.
Abhängigkeit vom neuen Management
- Falls das neue Management nicht erfolgreich arbeitet, kann es schwierig sein, zeitnah eine Lösung zu finden
- Risiko von Fehlentscheidungen, die das Unternehmen destabilisieren könnten
Kosten für professionelles Management
- Top-Manager erwarten hohe Gehälter, Bonuszahlungen und eventuell Unternehmensanteile
- Finanzielle Belastung kann hoch sein
Mögliche Konflikte zwischen Management und Familie
- Unterschiedliche Vorstellungen über Strategie und Kultur können zu Spannungen führen
- Gefahr, dass das Management eher kurzfristige Ziele verfolgt, während die Familie langfristig denkt
Nicht jedes Unternehmen ist für diese Option geeignet
- Es muss ein Unternehmen sein, dass sich für sein Wachstum und seine Weiterentwicklung idealerweise von Innen finanzieren kann oder aus anderen Quellen, jedenfalls aber keine weiteren Investments der jetzigen Eigentümer erfordert, weil das Unternehmen sonst eine Belastung wird
- Wenn das Unternehmen nicht genug Innenfinanzierung, also freie Cash flows für Investitionen produziert, dann kann diese Lösung auch dazu führen, dass das Unternehmen stagniert und sich nicht weiter entwickeln kann und damit letztendlich immer in einer prekären Lage ist
Mangelnde Diversifikation
- Ein weiteres Problem ist, dass es keine Diversifikation des Risikos gibt, d.h. dass in vielen Fällen das gesamte Vermögen des Unternehmens und der Unternehmerfamilie im Unternehmen gebunden ist und, wenn mit dem Unternehmen etwas nicht gut läuft, das Risiko eines sehr hohen Vermögensschadens bis zur Existenz bedrohung gegeben ist.
- Mit einem Verkauf oder Teilverkauf können Sie Ihr Risiko dramatisch reduzieren und Ihr Portfolio, also Ihre Anlagen und Ihr Risiko, durch Diversifikation deutlich verringern
Zielkonflikte zwischen Familiengesellschaftern
- Ein weiteres Problem, das beim Weiterbetrieb mit externen Management bestehen kann ist, dass es unterschiedliche Interessen der unterschiedlichen Familiengesellschafter gibt, manche haben weiteres externes Vermögen oder Einkommensquellen und sind nicht auf Ausschüttungen oder Dividenden aus dem Unternehmen angewiesen, andere benötigen die Dividenden für ihre Lebensführung
- Hier kann ein Problem und Konflikt zwischen den Interessen des Unternehmens, weiter zu wachsen und dafür Kapital zu haben, und Interessen mancher Familienmitglieder entstehen.