Was Manager von Guerillas lernen können

Guerillas verfügen über kleine Einheiten, hohe Mobilität und Flexibilität. Ihre ideologisch gut geschulten Führungskräfte zeigen hohe Motivation, Selbstorganisation, Improvisation und Eigeninitiative. Sie verfügen über hohe Unterstützung und Loyalität bei der Bevölkerung. Ihre Logistik ist schlank, gut durchdacht, flexibel und reaktionsschnell. Sie sind fähig übermächtige Gegner und disruptive Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Welche Management-Lektionen können wir aus den Guerilla-Ansätzen ableiten?

Der Mensch als zentrales Element
Aus der technologischen Perspektive können Guerilla-Strategien, wegen des geringen Einsatzes komplexer Großtechnologien, als „primitiv“ bezeichnet werden. Aus der menschlichen Perspektive gesehen, sind Guerilla-Strategien alles andere als „primitiv“. Ihre hohe Wirksamkeit, Flexibilität und Erfolg beruhen stark auf den persönlichen Qualitäten ihres zentralen Elementes: des Menschen.

 
In konventionellen Armeen werden die Soldaten dazu angehalten sich aus der Politik herauszuhalten. In Guerilla-Einheiten passiert genau das Gegenteil. Es ist für ihren Erfolg entscheidend, dass die Guerilla-Kämpfer genau verstehen warum und wofür sie kämpfen. Die entsprechende politische Bildung und Indoktrination sind in der Ausbildung der Guerilla-Kämpfer Priorität eins und führen zu hochloyalen und politisch gebildeten und sensibilisierten Guerilla-Kämpfern.
 
Die Guerilla-Anführer konzentrieren sich auf Organisation, Schulung, Agitation und Propaganda, weil sie wissen, dass ihre allerwichtigste Aufgabe darin besteht, die begeisterte und hochmotivierte Unterstützung der Guerillakämpfer und der Bevölkerung für sich zu gewinnen und zu erhalten.
 
Genau das ist einer der wesentlichen Vorteile der Guerilla, wahrscheinlich sogar ihr entscheidender Vorteil: eine klare Doktrin und Ideologie, die dazu führen, dass viele Menschen sich für ihre Ziele nicht primär aus Gehorsam, Anpasssung, Zwang oder wirtschaftlichen Motiven, sondern aus innerster Überzeugung einsetzen.
 
Die Management-Lektion
 Es ist die zentrale Aufgabe der Führungskräfte aller Ebenen sich selber über den Sinn, den gesellschaftlichen Beitrag und die Ziele ihres Unternehmens Klarheit zu verschaffen, damit sie laufend, unermüdlich und überzeugend daran arbeiten können Sinn, Beitrag und Ziele den Mitarbeitern überzeugend und begeisternd zu vermitteln.

Das gilt nicht nur für Organisationen der Zivilgesellschaft, wie z.B. Hilfsorganisationen, den es nur gelingen kann über die Sinnhaftigkeit ihres gesellschaftlichen Beitrages Spender und Mitarbeiter zur Unterstützung zu bewegen, sondern für jedes Unternehmen, insbesondere in den hochentwickelten Märkten.

Denn so wie Organisationen der Zivilgesellschaft sich im Wettbewerb um Spendengelder und die besten Mitarbeiter befinden, so befinden sich Unternehmen im Wettbewerb um Kunden, Kapital und die besten Mitarbeiter.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter zwischen führenden Unternehmen der IT-, Kommunikations-Branche und New Economy. Unternehmen wie z.B. IBM und Google stehen in scharfem Wettbewerb um die besten Köpfe und bemühen sich dabei u.a. durch die Formulierung ehrgeiziger und anspruchsvoller Visionen mit einer gesellschaftlichen Dimension, ihre Ziele „ideologisch“ aufzuladen, und nicht nur die Brieftaschen, sondern auch die Herzen ihrer Mitarbeiter anzusprechen. Beispiel IBM: „Der Schlüssel zum Erfolg sind Innovationen, die etwas bedeuten - für unser Unternehmen und für die Welt." Beispiel Google: „Das Ziel von Google ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nützlich zu machen.

Tel.: +43 (0) 2773 20176 office(at)hirtandfriends.at



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